Der Zehnjährige will Maler werden. Aber sein Vater lehnt ab, Hanno soll einen ordentlichen Beruf erlernen. Er darf Abendkurse in Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste besuchen. Hier macht er die Bekanntschaft mit jungen Malern. Sie laden ihn in ihre Ateliers ein, und für ihn öffnet sich eine geheimnisvolle, wunderbare Welt. 1936 gewinnt Hanno Edelmann den ersten Preis im Malwettbewerb des Hagenbecker Tierparks. Während der Preisverleihung wird im selben Gebäude die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet. Sie zeigt Bildern und Plastiken, die dem Kunstverständnis der NSDAP widersprechen. Hanno Edelmann schleicht sich am Wärter vorbei in die Ausstellung und ist fasziniert von den Bildern; die "Windsbraut" von Oskar Kokoschka beeindruckt ihn besonders. Der Vater besorgt Hanno eine Lehrstelle in einem Architekturbüro. Auch hier zeichnet er hauptsächlich: der Blick aus dem Fenster, die Architekten an ihren Zeichenbrettern, Portraits. An ihm würde ein Maler verlorengehen, sagen die Architekten. Schließlich bricht er die Lehre ab. Zum Abschied schenken ihm die Architekten einen Malkasten. Der inzwischen arbeitslose Vater bringt ihn in der Kunstdruckerei Mühlmeister & Johler als Lithographielehrling unter. Er zeichnet Aktmodelle und immer wieder Portraits, diesmal zusammen mit den Malern, die dort ihren Lebensunterhalt verdienen. weiter> |