Statt seliger Heiterkeit steht Melancholie
in ihren Gesichtern, selbst wenn sie sich zur fröhlichen Runde um einen
Tisch versammelt haben. Auch die Gaukler und Clowns, die in dieser Bilderwelt
ebenso immer wieder auftauchen wie Erinnerungen an das so oft besuchte Griechenland,
haben Schaden genommen an ihrer kindlichen Seele, sind Bewohner einer "Verwundeten
Welt". So heißt eins seiner neueren Gemälde, das wie eine Paraphrase
auf da Vincis berühmtes "Abendmahl" erscheint. Und bisweilen
taucht hinter den Gesichtern von heute die bittere Vergangenheit von gestern
auf.
Hinter den Bildern Edelmanns steht fast immer die tiefere Bedeutung, auch wenn
sie auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Denn hier fehlt zum Glück
der erhobene Zeigefinger, der gerade in der Kunst so peinlich wirken kann. 
Der Mensch ist das Generalthema Hanno Edelmanns; der Mensch als Einzelner und
wohl auch als Einzelgänger, der Mensch aber auch in seiner Beziehung zum
Anderen, zu den Anderen, denen er irgendwie verbunden ist,durch Gefühl,
Zuneigung, Liebe oder Abscheu oder manchmal einfach durch den Zufall, durch
Zeit und Raum.
Selten nur begegnen uns dabei der Mensch oder die Menschen losgelöst vom
Medium der Kunst. Immer ist ihre Aura um sie, ist sie die große mütterliche
Mittlerin und Lenkerin. menschlichen Tuns. > weiter >