Hanno Edelmanns Menschen malen, musizieren, lesen, spielen und. führen scheinbar endlose Dialoge miteinander. Sie führen
ein äußerst kultiviertes Leben, das aber keineswegs nur als heil
und gesund anzusprechen ist. Ihr Tun geschieht meist verschämt und heimlich,
so als wollten sie sich nicht stören, nicht überraschen lassen bei
subversiver Beschäftigung und verbotenem Treiben. Folgerichtig rückt
sie ihr Maler auch oftmals aus der Bildmitte an den Rand des Tableaus, rückt
sie eng aneinander, verschworen und abwehrend zugleich. Auf ca. einem Drittel
der Bildfläche geschielt das Unheimliche, das Unaussprechbare, das Wunder
- die anderen zwei Drittel bleiben weitgehend leer, der verbleibende Raum bleibt
unbevölkert und auch unbeseelt. In der Tat, was hier geschieht scheint nicht ganz geheuer, nicht ganz uninteressant.
Eine Atmosphäre verjährter Nervenexzentrizität und neurotischer
Unterteuftheit macht sich breit, von Krankheit, Kreuz, Gruft und Tod und das
alles in einer Zeit, die ohne Anfang und Ende und an einem Ort, der nirgends
und überall ist. Allenfalls könnte man mit einiger Gewissheit behaupten,
so sähe es im elfenbeinernen Turm aus, der Fluchtburg des Schönen,
des Geistes und der Moral. Aber sind Edelmanns Menschen denn wirklich. Geflohene
und Aussteiger, oder sind es nicht doch vielleicht eher Verfolgte und an den
Rand gedrängte Außenseiter, ausgespuckt und verachtet von den Gesunden,
den Blonden und Blauäugigen, den Erfolgreichen und Starken? > weiter >