Aquarell 4Hanno Edelmanns Menschen malen, musizieren,  lesen, spielen und. führen scheinbar endlose Dialoge miteinander. Sie führen ein äußerst kultiviertes Leben, das aber keineswegs nur als heil und gesund anzusprechen ist. Ihr Tun geschieht meist verschämt und heimlich, so als wollten sie sich nicht stören, nicht überraschen lassen bei subversiver Beschäftigung und verbotenem Treiben. Folgerichtig rückt sie ihr Maler auch oftmals aus der Bildmitte an den Rand des Tableaus, rückt sie eng aneinander, verschworen und abwehrend zugleich. Auf ca. einem Drittel der Bildfläche geschielt das Unheimliche, das Unaussprechbare, das Wunder - die anderen zwei Drittel bleiben weitgehend leer, der verbleibende Raum bleibt unbevölkert und auch unbeseelt.       In der Tat, was hier geschieht scheint nicht ganz geheuer, nicht ganz uninteressant. Eine Atmosphäre verjährter Nervenexzentrizität und neurotischer Unterteuftheit macht sich breit, von Krankheit, Kreuz, Gruft und Tod und das alles in einer Zeit, die ohne Anfang und Ende und an einem Ort, der nirgends und überall ist. Allenfalls könnte man mit einiger Gewissheit behaupten, so sähe es im elfenbeinernen Turm aus, der Fluchtburg des Schönen, des Geistes und der Moral. Aber sind Edelmanns Menschen denn wirklich. Geflohene und Aussteiger, oder sind es nicht doch vielleicht eher Verfolgte und an den Rand gedrängte Außenseiter, ausgespuckt und verachtet von den Gesunden, den Blonden und Blauäugigen, den Erfolgreichen und Starken?  > weiter >